Traffic-Ohne-Baiting

Facebook: Mehr Visits ohne Click Baiting?

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Ausgerechnet eine Celebrity-Seite liefert das perfekte Beispiel.

Wie schreibt man die perfekte Überschrift? Ein eher ungewöhnlicher Tipp ist mir im Kopf geblieben: „Die Überschriften der Boulevard-Magazine analysieren.“ Und es scheint irgendwas dran zu sein: denn Boulevard-Magazine schreiben schon seit Jahrzehnten Titel, die unsere Neugierde wecken und hungrig auf mehr machen.

Auch im Internet scheinen solche Publikationen nach dem selben Prinzip zu arbeiten. Und gerade in der aktuellen Diskussion über die niedrige organische Reichweite und das Abstrafen von Praktiken wie Click Baiting ist mir ein Beispiel auf Facebook positiv aufgefallen. 

Es handelt sich um die Facebook Seite der amerikanischen Celebrity TV Show Entertainment Tonight, die in diesem Fall Folgendes richtig gemacht hat.

1. Anteasern ohne Click Baiting

Im Newsfeed sehe ich diesen Beitrag:

Facebook Click Baiting

Shia LaBeouf wears the tightest leggings ever: Diese Überschrift ist nicht mehr als eine Lästerei – und das mögen wir doch alle.

„Hast du die neue Frisur von Kollegin XY schon gesehen?!“ wäre das Pendant, das wir locker im Büro hören könnten. 

Das löst bei uns eine merkwürdige Reaktion aus: wir sind bereit alles zu tun, um das mit eigenen Augen zu sehen. Also laufen wir „ganz zufällig“ am Büro der besagten Person vorbei und werfen einen unauffälligen Blick auf ihre Haare.

Genau das passiert hier. Die Überschrift weckt unser Interesse und wir sind bereit, auf den Link zu klicken, um die „engsten Leggings ever“ zu sehen. 

[Tweet “Wir erfahren gerne Geheimnisse und genau dieses Gefühl soll eine gute Überschrift vermitteln.”] Der Teasertext ist also nicht dafür da, um den Inhalt zusammenzufassen, sondern hört genau dort auf, wo das Wichtigste verraten werden soll.

2. Bilder geschickt nutzen

Die Spannung wird durch das geschickt abgeschnittene Bild gesteigert. Würde ET direkt hier „das Objekt der Begierde“ zeigen, wird sich keiner mehr die Mühe machen, den Link anzuklicken. Warum auch, die Überschrift und das Bild verraten schon alles.

Stattdessen sehen wir nur die obere Hälfte des Schauspielers. Gleichzeitig dient dieser Ausschnitt als Beweis dafür, dass es dieses Foto wirklich gibt. Wer es ganz sehen will, soll einfach dem Link folgen.

Bevor Sie das nächste Mal also auf Facebook etwas posten, fragen Sie sich, ob Sie mit Text und Bild nicht das Wichtigste schon verraten haben. [Tweet “Es muss immer etwas geben, für das es sich lohnt, einen Link anzuklicken.”]

3. Die Zielseite ist genauso wichtig

Einen Link auf Facebook richtig anteasern ist nur die halbe Miete. Wenn der User den Link anklickt und nicht das bekommt, was Sie ihm versprechen, klickt er weg. Sie tun sich keinen Gefallen, wenn Sie „dünne” Inhalte auf Facebook posten.

Dafür gibt es  2 Gründe:

Erstens, Facebook ermittelt, wie lange der User auf Ihrer Seite bleibt, nachdem er sie über das Posting im Newsfeed angeklickt hat. Springt er sofort ab, ist das für Facebook ein Zeichen dafür, dass der Inhalt nicht relevant war. Die organische Reichweite des Postings sinkt, denn Facebook will nicht auch anderen Nutzern einen schlechten Content anzeigen.

Zweitens, auch Google kommt ins Spiel. Die Suchmaschine ermittelt ebenfalls, wie lange Ihre User sich auf Ihrer Seite aufhalten. Das wirkt sich auf die durchschnittliche Verweildauer aus und beeinflusst Ihr Ranking in den Suchergebnissen bei Google.

Was ET hier macht, ist genauso gut durchdacht, wie das Facebook Posting: Das vollständige Bild gibt es endlich erst am Ende des Beitrags! Da ist er, Shia LaBeouf in den engsten Leggings ever.

Facebook Click Baiting
Dadurch, dass ich den Beitrag bis zum Ende lesen musste, um das Bild zu sehen, verschafft sich ET zwei Vorteile: Erstens, ich bleibe länger auf der Seite. Zweitens, unten angekommen, werden mir „Ähnliche Beiträge“ angezeigt. Es bestehen also sehr hohe Chancen, dass ich auf den nächsten Beitrag klicke und somit noch länger auf der Webseite von ET bleibe.

Was ist Ihre Meinung, finden Sie diese Strategie gut? Würden Sie sie für Ihr nächstes Posting auf Facebook ausprobieren?

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Grafik entworfen durch Freepik

Trajan Tosev
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Trajan Tosev

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