Fitbit Flex Erfahrungsbericht

Fitbit Flex: Wie ein Fitness Armband den Blick auf meinen Alltag veränderte

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Das Fitbit Flex zählt die Schritte, wertet den Schlaf aus und zeichnet die verbrannten Kalorien. Lohnt sich der Kauf? Hier ist meine Erfahrung.Die „Quantified-Self“-Bewegung ist nicht neu. Seit Jahren gibt es Geräte, die die Selbstvermessung möglich machen und Dank Smartphones, Wearables und Co. wird dieser Trend immer mehr zu Mainstream. Ich persönlich fand die Idee zwar ganz nett, mein Plan war aber, auf die zweite Auflage der Apple Watch zu warten, denn die Uhr von Apple ist nicht nur eine Mitteilungszentrale auf dem Handgelenk – sie erfasst auch alle möglichen Fitness-Daten. Ein anderes Armband wäre dann überflüssig.

Dann bin ich auf das Buch Better Than Before: Mastering the Habits of Our Everyday Lives von Gretchen Rubin gestoßen. Das Buch handelt von Gewohnheiten: wie unser Alltag von (meistens schlechten) Gewohnheiten geprägt ist und mit welchen Strategien und Mitteln wir eine böse Gewohnheit loswerden, bzw. uns eine gute Gewohnheit aneignen können.

Eine der Strategien: Messen.

Nur was gemessen werden kann, kann verbessert werden, sagt Rubin. Wohl wahr. Wenn ich mir angewöhnen möchte, mich mehr zu bewegen (und wer einen Schreibtisch-Job hat, weiß wie schwierig das sein kann), muss ich nicht nur wissen was genau „mehr bewegen“ bedeutet, sondern ob ich das gesetzte Ziel erreiche. Das gilt auch für Schlafen, Essen, Gewicht, etc.

Ich wollte nicht mehr warten. Also Buch zur Seite gelegt und eine Stunde (oder zwei…) nach dem optimalen Fitness Armband online gesucht.

Warum das Fitbit Flex?

Ich hatte die Wearables bisher nur aus dem Augenwinkel betrachteht und grundsätzlich in zwei Gruppen aufgeteilt: Teuer (für das, was sie können) oder hässlich. Der Blick auf die Fitness Tracker Bestenliste von CHIP bestätigt mir das.

Nach unzähligen Reviews, Vergleichen, Kundenrezensionen und Erfahrungsberichten, fällt meine Wahl auf das Fitbit Flex. Aus meiner Sicht erfüllt das Fitness-Armband folgende Kriterien:

  • Preis: Es liegt preislich unter 100 € (aktuell ab ca. 75 €)Fitbit Flex
  • Design: Es ist schlicht, ohne Display und ohne viel Schnick-Schnack (auf meine Uhr würde ich nur wegen der Apple Watch verzichten). Außerdem kann man sich zusätzlich Armbänder in verschiedenen Farben bestellen
  • Verbindung: Es lässt sich per Bluetooth mit dem iPhone verbinden. Ganz witzig find ich die Echtzeit-Übertragung der Daten, solange man die Fitbit-App offen hat
  • Schlafanalyse: Das Armband wertet die Schlafqualität aus

Ich klicke auf “Bestellen” und lade mir voller Vorfreude schon die App herunter.

Fitbit Flex: Einrichtung und erster Eindruck

Nach 2-3 Tagen ist das Fitbit Flex schon angekommen. Die Verpackung enthält den eigentlichen Tracker – ein winziges kleines Teil, das man in das Gummi-Armband steckt – 2 Armbänder (groß und klein), das Ladegerät und eine kleine Bluetooth-Antenne für den Rechner, für den Fall, dass man kein Bluetooth-fähiges Handy hat.

Fitbit Flex Erfahrungen
Bild: https://www.flickr.com/people/15216811@N06/

Eine Gebrauchsanweisung sucht man in der Verpackung allerdings vergebens. Lediglich ein kleiner Zettel liegt bei, auf dem man zur Einrichtung des Armbands auf fitbit.com/setup angewiesen wird. Da ich schon vorher die Fitbit-App heruntergeladen hatte, werde ich beim Eingeben der URL direkt zur App weitergeleitet, um mein Fitbit Flex dort einzurichten.

Dies geht dann relativ schnell und unkompliziert: Bluetooth am iPhone angemacht, die Geräte koppeln sich und man folgt den Anweisungen der App. Insgesamt dauert die Einrichtung nicht mehr als 10 Minuten.

Aus meiner Rercherche weiß ich, dass man das Fitbit Flex durch Klopfen an der Oberfläche “steuern” kann, doch eine Anleitung finde ich dazu weder auf der Fitbit-Website, noch in der App, was mich etwas verwirrt zurücklässt. Eine Google-Abfrage löst schließlich das Problem. Ich finde diese Fitbit Flex Anleitung.

Der erste Eindruck ist positiv: das Armband sitzt gut, es ist schlicht, nicht zu klobig und sieht mehr nach einem Mode-Accessoire, als nach einem Tech-Gerät aus.

Fitbit Flex Erfahrung: Eine Woche Später

Nach einer Woche ist es Zeit für ein erstes Fazit. Was finde ich gut, was ist noch ausbaufähig? Wie komme ich mit der Fitbit App klar? Bin ich Dank des Fitbit Flex aktiver im Alltag geworden?

Motivation und Alltagstauglichkeit

Insgesamt motiviert mich das Fitbit Flex, zumindest während der ersten Woche, zu mehr Bewegung. Ich mache einen Plan, wie ich mein Tagespensum von 4.000 Schritten auf 10.000 erhöhe. Ich ärgere mich, wenn ich aus Gewohneit die Rolltreppe, statt der Treppe nehme. Aufzug ist sowieso Tabu und U-Bahn wird zum Luxus, den ich mir nur bei extrem schlechtem Wetter gönne. Und ich bin stolz auf mich, wenn das Fitbit Flex mit einer Vibration signalisiert, dass ich die 10.000 Schritte erreicht habe.

Im Alltag lässt sich das Armband ganz gut tragen. Nach 2-3 Tagen (und Nächten) merke ich Fitbit Flex so gut wie gar nicht mehr. Das Gummiarmband ist bequem und leicht. Ich bleibe damit nirgendwo hängen und zumindest nach der ersten Woche sind kaum sichtbare Verschleißspuren zu sehen. Obwohl das Gerät wasserfest ist, ziehe ich es beim Duschen lieber ab, weil es beim einseifen schon hier und da mal kratzen kann.

Wie genau ist das Fitbit Flex?

Fitbit Flex Erfahrungsbericht Erfahrung
Eine deutliche Steigerung von den ursprünglichen 3.000 Schritten

Beim Test von CHIP schneidet das Armband in Sachen Genauigkeit mit 72% „Unter Durchschnitt“ ab. Hier ist die Meinung von CHIP, die ich nur bestätigen kann:

„Im Vergleich zu anderen Fitness Trackern brilliert das Flex nicht mit Genauigkeit. Auf unserer Teststrecke liegt das Fitbit im Durchschnitt 26 Schritte daneben. Auch bei der Distanz verschätzt sich das Fitnessarmband trotz eingestellter Schrittlänge. Im Unempfindlichkeits-Test gibt das Flex ebenfalls ein gemischtes Bild ab. 200 Schritte zählt es beim Zähneputzen mit.”

Insofern sollte man den Wert eher als einen Trend sehen. Das hört sich alles nicht besonders gut an, aber ganz ehrlich – ob 10.000 oder 9.500 Schritte, ich bewege mich auf jeden Fall mehr als vorher.

Übrigens: Nicht nur beim Zähneputzen, sondern auch beim Tanzen scheint das Fitbit Flex mitzuzählen. Das finde ich aber nicht weiter schlimm, denn ich habe ein paar coole Moves drauf, bei denen ich bestimmt Einiges an Kalorien verbrenne ;-)

Kleiner Tipp für iPhone-User: Ich habe festgestellt, dass das iPhone etwa 1.000 Schritte weniger zählt, als das Fitbit. Der “echte” Wert dürfte also irgendwo dazwischen liegen.

Fitbit Flex: Wie funktioniert die Schlafanalyse?

Fitbit Flex Schlafanalyse
Die Schlafqualität wird anhand der Bewegungen während der Nacht ausgewertet

Die Schlafanalyse von Fitbit wurde in vielen Reviews als “rudimentär” bezeichnet, obwohl mir persönlich die Daten völlig ausreichen. Man setzt das Fitbit Flex in den Schlafmodus, indem man mehrmals an die Oberfläche klopft – auf der selben Weise wird das smarte Armband aus dem Schlaf geweckt. Das ergibt schonmal die Länge des Schlafs.

Außerdem mißt mein Armband wie lange ich zum Einschlafen brauche, wie oft ich wach wurde und wie oft ich “ruhelos” während der Nacht war. Natürlich sind diese Werte etwas schwer zu prüfen, denn man erinnert sich ja nicht unbedingt, was man nachts so gemacht hat. Die Einschlafzeit hingegen kommt meiner Meinung schon hin.

Insgesamt könnte die Schlafanalyse tatsächlich etwas besser sein (das Jawbone kann zum Beispiel die Tiefschlafphasen erkennen) aber da ich keine Schlafstörungen oder Ähnliches habe, möchte ich einfach nur sichergehen, dass ich auf meine 7 Stunden Schönheitsschlaf komme. Und dafür eignet sich das Fitbit Flex hervorragend.

Fitbit Flex: Ernährungs-Tagebuch und Kalorienverbrauch

Für mich einer der größten Schwachpunkte der App (die Funktion hat mit dem Armband an sich nichts zu tun). Der Barcode-Scanner erkennt so gut wie gar nichts, obwohl das Produkt in der Datenbank vorhanden ist. Man muss also alles manuell suchen, was ich etwas umständlich finde.

Wer also scharf darauf ist, Kalorien zu zählen, dem kann ich die App MyFitnesPal empfehlen. Sie lässt sich reibungslos mit der Fitbit App synchronisieren, sodass sich mein Armband die Informationen über die Ernährung von MyFitnessPal zieht.

Darüberhinaus gibt das Fitbit Flex, basierend auf den Bewegungen, den Schritten, den gelaufenen Kilometern und persönlichen Informationen wie Alter, Größe, Gewicht, Geschlecht, etc., eine Einschätzung der verbrannten Kalorien im Laufe des Tages ab. Überprüfen lässt sich die Zahl nicht (zumindest nicht so einfach), so dass ich mich darauf verlassen muss.

Übrigens, die Anzahl der Kalorien, die ich noch essen “darf” bevor ich mein Tageslimit erreiche, wird ebenfalls berechnet.

Fitbit Flex: Trainings aufzeichnen

Unter Training versteht das Fitbit Flex wohl nur Laufen, Gehen oder Wandern. Ich konnte diese Funktion bisher allerdings nur auf dem Laufband im Fitness-Studio austesten. Theoretisch zeichnet das Fitbit Flex die Strecke, die man gelaufen ist, und stellt sie hübsch auf der Karte dar. Hier ist das Flex allerdings auf das GPS-Modul des Smartphones angewiesen, denn einen eigenen GPS-Empfänger hat das Armband nicht. Während des Laufens werden natürlich die Schritte mitgezählt, die Zeit, die Entfernung und das Tempo erfasst. Am Ende zeigt die App, wie sich das Training auf die Tagesbilanz in Punkto Schritte, Kalorien, aktive Minuten etc. auswirkt.

Fitbit Flex: Wie funktioniert die Verbindung zum iPhone?

Die Verbindung zu meinem iPhone funktioniert reibungslos. Das Bluetooth muss zwar ständig an sein, doch eine Verbindung zum Fitbit Flex wird nur dann wirklich aufgebaut, wenn man die Fitbit App aufruft. So wird die Akkulaufzeit des iPhones so gut wie gar nicht beeinträchtigt.

Fitbit Flex aufladen

Das Fitbit selbst muss ungefähr alle 5 Tage an den Strom. Das Aufladen geht allerdings relativ schnell.

Und so fällt mein Fazit nach der ersten Woche aus

Die Geräte zur Selbstvermessung stecken noch in den Kinderschuhen. Dazu darf man nicht vergessen, dass das Fitbit Flex ein Einsteigermodell ist, das schon 1-2 Jahre auf dem Markt ist (und das ist bei Technik verdammt lang). Ich glaube aber, die richtige Kaufentscheidung getroffen zu haben. Es gibt sicherhlich bessere Geräte, aber wenn man…

  • kein Vermögen für ein Fitness Armband ausgeben möchte
  • Wert auf Design legt
  • kein No-Name Gerät aus China kaufen möchte
  • und in die Welt des Selbsvermessung reinschnuppern möchte

…ist man mit dem Fitbit Flex auf jeden Fall gut beraten.

UPDATE: Ich habe mir 10 zusätzliche bunte Armbänder für Fitbit Flex hier bestellt. Die Qualität des Gummis kann man natürlich nicht mit dem Original-Armband vergleichen, aber mit den verschiedenen Farben wird das Fitbit Flex zu einem echten Mode-Accessoire.

Fitbit Flex buntes Armband
Gelb als Akzentfarbe

Wie ist eure Erfahrung mit Fitness Trackern? Welchen würdet ihr empfehlen? Ich freue mich auf die Kommentare!

Trajan Tosev
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Trajan Tosev

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