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Google Plus und Facebook: Sind sie wirklich Konkurrenten?

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Google Plus und Facebook werden oft als die größten Rivalen unter den sozialen Netzwerken betrachtet. Aber stimmt das wirklich? 

Es naiv anzunehmen, dass der reine Konkurrenzkampf der einzige Grund für die Existenz von Google Plus ist. Ich möchte auf 3 Punkte eingehen, die die wichtigsten Unterschiede zwischen Google Plus und Facebook aufdecken.

1. Google Plus als Dachmarke vs. Facebook als soziales Netzwerk

„Da versucht es Google schon wieder“, haben viele Beobachter gedacht, als Google Plus 2011 an den Start ging. Vorher ist es Google nicht gelungen, ein eigenes Produkt in die Social Media Welt zu positionieren (YouTube ausgenommen). So wurde der Vorgänger von Google Plus, Google Buzz, aufgrund mangelnder Akzeptanz unter den Usern, eingestellt.

Mittlerweile hat aber Google seine Lektion in Sachen Social Media gelernt hat: wenn ein soziales Netzwerk, dann nicht als eigenständiges Produkt, völlig losgelöst von anderen Google-Produkten, sondern als Voraussetzung für die Nutzung aller anderen Google-Dienste.

Ein wichtiges Argument für dieses Vorhaben war der Zugangsdaten-Chaos bei Google. Für viele der Dienste, die man im Laufe der Zeit aufgekauft und in das Google-Universum integriert hat, brauchte man separate Login-Daten. Der Konzern hatte vor alle seine Produkte unter einen Hut zu bringen. Die Vorteile für den Nutzer liegen auf der Hand: mit einem Login ist man für alle Google-Produkte angemeldet. Die Suchmaschine wiederum kann so die Aktivitäten eines Nutzers über den ganzen Google-Kosmos hinweg verfolgen und somit wertvolle Daten für das Werbegeschäft sammeln.

Google Plus und Facebook
Einmal anmelden. Alle Google Produkte nutzen

Anders als Facebook, versteht sich Google Plus also nicht nur als ein soziales Netzwerk, sondern als der Ausgangspunkt aller unseren Aktivitäten bei Google.

Das jüngste Beispiel ist YouTube: Kommentare kann man mittlerweile nur noch mit einem Google Plus Account abgeben. Außerdem nutzt Google seine Machtposition um jedem neuen Google-Nutzer automatisch ein Google Plus-Profil zu verpassen.

Das treibt die Zahl der angemeldeten User nach oben, obwohl sie sehr oft nicht mal wissen, dass sie ein Google Plus-Profil haben.

2. Google Plus und Facebook: Berufliches Vs. Privates

Doch trotz aller Bemühungen will das Netzwerk Google Plus bei dem normalen Nutzer noch nicht so richtig ankommen. Die Marktforschungsfirma GlobalWebIndex, die unter anderem Nokia und Microsoft in ihrem Kunden-Portfolio hat, will herausgefunden haben, dass knapp 30 % aller Google Plus Nutzer in dem Bereich IT tätig sind. Danach folgen Entscheidungsträger, Unternehmenschefs und Selbstständige. Außerdem wird das soziale Netzwerk aus dem Hause Google, im Gegensatz zu Facebook, nicht von allzu vielen Jugendlichen und Heranwachsenden genutzt.

Die Profis, die Google Plus schon jetzt für sich entdeckt haben, verwenden die Plattform eher für den beruflichen Austausch mit Gleichgesinnten. So gesehen ähnelt Google Plus vielmehr dem Business-Netzwerk XING als Facebook.

Darüber hinaus wird Google Plus von den SEO-Gurus als „The Next Big Thing“ in Sachen Suchmaschinen-Optimierung behandelt. Es wird vermutet, dass Links, die bei Google Plus gepostet werden, bzw. eine +1 bekommen (analog zum Facebook’s „Gefällt mir“), seien vom Suchgiganten als wertvolle Backlinks eingestuft. Das macht den Anreiz für die Nutzung von Google Plus noch größer, allerdings in erster Linie bei den Social Media Marketern und den SEO-Profis.

Für den „ganz normalen User“ bleibt aber Facebook immer noch ein Synonym für ein soziales Netzwerk. Hier wird mit Freunden kommuniziert, Bilder werden hochgeladen, Links werden geteilt, Events eingestellt usw. Das Persönliche und Private steht im Vordergrund.

3. Werbung mit Google Plus und Facebook

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Werbungsstrategie der beiden Netzwerke. Auf den ersten Blick sieht es so aus: Bei Facebook sieht man Werbung, bei Google Plus nicht. Doch es ist falsch anzunehmen, dass Google Plus für Googles Haupteinnahmequelle, nämlich die Suche, gar keine Rolle spielt. Anbei nur einige Beispiele, wie der Suchgigant die Informationen aus Google Plus für ganz anderen Zwecke nutzt:

Wofür gibt der Nutzer +1? 



Google wertet aus, für welchen Content, bzw. für welche Seiten die Nutzer +1 geben. So können die AdSense-Anzeigen noch gezielter ausgespielt werden. Und je relevanter die Anzeigen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die User darauf klicken – das bedeutet also mehr Gewinn für Google.

Mit wem ist der User bei Google Plus befreundet?



Für Google ist es aber nicht nur interessant, wofür sich der einzelne Nutzer interessiert, sondern wertet auch die Interessen seiner Kontakte aus. Google nimmt also an, dass befreundete Personen ähnliche Interessen haben und nutzt diese Informationen ebenfalls für sein Werbegeschäft.

Welche Inhalte werden von den Usern produziert?

Da man jetzt mit einem Login für alle Google-Dienste angemeldet ist, kann die Suchmaschine die Aktivitäten des Users viel besser verfolgen. Ist mit dem Google Plus Profil ein Blog verknüpft? Welche YouTube-Videos werden von dem User kommentiert? Welche Themen (bzw. Keywords) sind in seinen Beiträgen auf Google Plus am meisten vertreten? All das spielt für Google eine Rolle und wird für eine noch gezieltere Werbung eingesetzt.

Darüber hinaus, sollen Unternehmen demnächst die Möglichkeit bekommen, ähnlich wie bei Facebook, platzierte Werbeanzeigen in den Nachrichtenstreams der User einstellen zu können. Anders als bei Facebook allerdings, sollen die bei Google Plus eingestellten Werbeanzeigen mithilfe von Google AdSense auch über das Netzwerk hinaus verbreitet werden können.

Facebook hingegen hat diesen Vorteil nicht. Man sammelt zwar auf ähnliche Art und Weise Informationen über die Nutzer, kann sie aber nur für die Werbung innerhalb der eigenen Plattform einsetzen.

Welche Unterschiede fallen Ihnen am meisten auf, wenn es um Google Plus und Facebook geht? 

Weiterführende Links:

Die wachsende Bedeutung von Google Plus für Unternehmen
Google Plus und Facebook: Wer sie vergleicht, hat’s nicht verstanden
SEO mit Google Plus: 5 einfache Dinge, die jeder tun kann
Google Plus Chef geht

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Trajan Tosev
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Trajan Tosev

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