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4 Gründe, weshalb Maler Deck mehr Follower hat als Sie

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Maler Deck ist kein bekannter Sänger, Schauspieler oder Moderator. Trotzdem hat er über 18.600 Follower auf Twitter. Wie kommt das?

Lernen Sie “Mister Social Media des Handwerks” kennen

Seit 1982 betreibt Werner Deck sein Malerunternehmen “malerdeck”. Zielgruppe: Privatkunden über 60 Jahre. Nicht gerade die aktivsten in Social Media. Wie ist es Werner Deck dann gelungen, eine dermaßen große Fan-Basis aufzubauen? Ich habe mich mit seinen Aktivitäten in den sozialen Netzwerken befasst und 4 Gründe für seine Popularität festgestellt.

Grund 1: Die Geschichte zählt, nicht der Beruf

Würde Werner Deck wie wohl die meisten Handwerker denken, würde er sagen: “Social Media? Was soll ich denn da? Wen interessiert’s schon was ein Malerunternehmen so den ganzen Tag treibt?”

Das Thema wäre gegessen und er würde eine Anzeige in der Lokalzeitung schalten (gut, vielleicht macht er das jetzt auch).

Stattdessen hat Werner Deck die Vorteile von Social Media für seinen Betrieb erkannt. “Social Media ist für mich zwischenzeitlich zu einem ausgezeichneten Instrument geworden, um Mundpropaganda auszulösen und voranzutreiben”, sagt der 66-Jährige in diesem Interview.

Seit 2011 lautet sein Motto für die Online-Präsenz: “Live-Infos aus einem spannenden Unternehmeralltag.” Und diese schienen auf eine sehr breite Zustimmung zu stoßen, wie er selber sagt. Über diese Themen twittert der Maler:

Maler Deck Twitter
Aus den spannenden Geschichten von malerdeck auf Twitter

Natürlich kann man sich darüber streiten, wie spannend eine Bodenbelegung oder die Korrespondenz mit den Kunden ist.

Der Punkt ist aber: Social Media ist nicht nur “modernen” oder “sexy” Berufen vorbehalten. In jedem Job passiert etwas Ungewöhnliches, Einzigartiges, Komisches oder eben Spannendes. Finden Sie diese Geschichten und bringen Sie sie an den Leser. Die Reaktion könnte Sie überraschen.

Grund 2: Maler Deck bloggt

Ja, der Blog lebt noch. Oder besser gesagt – er erlebt gerade einen neuen Aufschwung. Im Zuge des Aufstiegs des Content Marketings ist vielen Marketern bewusst geworden, dass sie eine Plattform brauchen, auf der sie die Inhalte präsentieren können. Und was eignet sich dafür besser, als der Blog?

Maler Deck Blog
Aus dem Blog von malerdeck

Außerdem hat der eigene Blog noch einen Vorteil: Im Gegensatz zu Facebook, Twitter & Co. gehört er Ihnen. Und dass es wichtig ist, ein eigenes Medium zu haben, das man selber kontrolliert, sollte uns nach der drastisch gekürzten organischen Reichweite bei Facebook bewusst sein. Man hat dort eine “eigene” Facebook Seite, aber sie gehört im Endeffekt Facebook und Facebook kann damit machen, was es will. Morgen könnte Mark Zuckerberg entscheiden, dass man als Unternehmen ausschließlich gegen Bezahlung dort auftreten kann. Traurig, aber wahr.

Lassen wir nun die die Zahlen sprechen. Maler Decks Webseite verzeichnet 11.000 Besucher monatlich. Sein Blog? 85.000 im Monat!

Grund 3: Maler Deck ist authentisch

Ohne böse zu sein, aber ich wäre überrascht gewesen, wenn die Webseite und der Blog von Maler Deck im hippen Flat-Design daher kämen. Dann wäre die Geschichte von einem fröhlichen Maler, der nebenbei bloggt und twittert, nur halb so glaubwürdig.

Werner Deck hat seinen Blog und alle seine Social Media Konten allein eingerichtet. Und genau dieser Amateur-Touch macht seine Online-Präsenz und ihn selbst sympathischer und lässt ihn authentisch rüberkommen.

Also: Mut zur Persönlichkeit. Lassen Sie die Menschen wissen, wer Sie wirklich sind, bzw. wer die Menschen sind, die hinter dem Firmenlogo stehen. Dafür reicht auch die Smartphone-Kamera: drehen Sie kurze Videos oder machen Sie Schnappschüsse. Es muss nicht alles perfekt sein – Hauptsache Sie haben Spaß daran.

Die Webseite von malerdeck
Die Webseite von malerdeck

 

Grund 4: Maler Deck baut längerfristige Beziehungen auf

Im Normalfall will man im Social Web die Zielgruppe ansprechen, mit der man Geschäfte macht. Das wäre im Fall von Maler Deck etwas ungünstig, denn nach eigenen Angaben konzentriert sich sein Unternehmen auf Privatkunden über 60 Jahre. Und obwohl immer mehr Senioren die sozialen Netzwerke für sich entdecken, wäre eine Follower-Zahl von mehr als 18.000 nur in dieser Zielgruppe doch etwas utopisch.

Was Werner Deck aber zeigt ist: Man kann Social Media dazu nutzen, um jetzt schon Beziehungen zu seiner zukünftigen Zielgruppe aufzubauen. “Durch die Onlineaktivitäten bin ich ganz sicher in eine altersmäßig viel jüngere Zielgruppe eingedrungen und habe dort neue ‘Duftmarken’ hinterlassen. Ein Schaden kann das nicht sein”, vermutet Herr Deck richtig.

Also die Zielgruppe, mit denen man aktuell Geschäfte macht, muss nicht zwangsläufig die selbe Zielgruppe sein, die man im Social Web anspricht.

Natürlich sind die heute 14-jährigen kein relevantes Publikum für einen Online-Shop. In spätestens 5 Jahren aber schon. Warum nicht jetzt schon anfangen, sich mit dieser Gruppe auseinander zu setzen? Ich bin immer wieder überrascht, wie wenig wir darüber wissen, was jüngere Menschen heutzutage interessiert und wie sie das Internet nutzen. Mit diesem Phänomen hat sich Andreas Rickmann in diesem Blog-Beitrag befasst.

Um es zusammenzufassen: Das sind die 4 Gründe, weshalb Maler Deck (wahrscheinlich) mehr Follower hat, als Sie:

1. Maler Deck findet spannende Geschichten aus seinem Alltag, obwohl der Beruf für manche »unsexy« scheint.
2. Maler Deck bloggt und erhöht damit seine Bekanntheit im Web.
3. Maler Deck ist authentisch: Seine Onlinepräsenzen haben einen Amateur-Charme und lassen ihn sympathischer rüberkommen.
4. Maler Deck nutzt Social Media, um längerfristige Beziehungen zu neuen Zielgruppen aufzubauen.

Was ist Ihr Eindruck von Maler Deck? Fallen Ihnen weitere Gründe für seine Popularität ein? Ich freue mich über Ihren Kommentar.

Foto: http://twitter.com/malerdeck/status/492706752283303936/photo/1

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Trajan Tosev
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Ich unterstütze Menschen und Unternehmen, eine starke Online-Präsenz aufzubauen, damit sie ihren Traum von einem profitablen Business verwirklichen können.
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8 Kommentare zu “4 Gründe, weshalb Maler Deck mehr Follower hat als Sie

  1. Sie haben einen wichtigen Grund vergessen. Maler Deck hat sich offenbar mit Beratern und Multiplikatoren verbunden, um als Mr. Social Media im Handwerk ein Seminargeschäft aufzubauen. Offenbar war dies nicht erfolgreich oder gibt Informationen zu Auftritten und Vorträgen? Sein Online-Marketing hat ihm gute Positionen in Suchmaschinen eingebracht und dennoch muss er nebenbei permanent Zeitungswerbung schalten, um seine Aufträge zu erhalten. Keine gute Strategie oder doch?

    1. Hallo und vielen Dank für Ihr Feedback!

      Ganz sicher ist die Verbindung zu Beratern und Multiplikatoren ein wichtiger Faktor für den Erfolg in den sozialen Netzwerken. Dass ein Seminargeschäft im Hintergrund steht ist mir nicht bekannt und kann leider nicht beurteilen wie erfolgreich Herr Deck in diesem Punkt ist.

      Die Zeitungswerbung steht meiner Meinung nach nicht im Widerspruch zu seinen Online-Aktivitäten. Darum ging es mir im Punkt 4: Herr Deck nutzt Social Media, um Beziehungen zu neuen Zielgruppen aufzubauen, die er bspw. über die Anzeigen in der Lokalzeitung wahrscheinlich nicht erreichen würde.

      Im Endeffekt kommt es auf die Ziele an, die man sich für seine Social Media Strategie gesteckt hat. Wie Herr Deck selber sagt, Social Media ist für ihn ein Instrument, um eine Art “Mundpropaganda” zu betreiben – und angesichts der großen Zahl an Followern ist ihm dies durchaus gelungen…

      Viele Grüße,
      Trajan

    2. Was ist den das für eine beknackte Logik und dazu wieder einmal anonym, typischerweise. Dieser angebliche PR-Berater zählt zum großen Heer der Ahnungslosen. Wahrscheinlich ist er aber nur ein Neidhammel. Wieviele Follower hat Herr “PR-Berater”? Ein Vergleich wäre sicher aufschlussreich.

      Is ja sonnenklar und weiß jeder Experte, wenn man Social Media betreibt, braucht man keinerlei Printwerbung mehr zu machen. Das machen uns ja die großen Markenartikler vor oder? Ich fasse es nicht!

      Woher der “PR-Berater” wissen will, dass ich ein Seminargeschäft aufbauen will und das nicht geklappt hat, ist ein weiterer Beweis für die Dummheit und/oder den Neid solcher Menschen. Hin und wieder halte ich tatsächlich Vorträge, stellen Sie sich einmal vor. Wer wissen will, was sich in diesem Bereich abspielt, braucht nur hier zu klicken: http://www.malerdeck.de/blog/category/vortraege-beratung

  2. Meine Frage ist: Wozu braucht ein regionaler Maler für sein Geschäft so viele Follower? Diese Leute wohnen doch nicht in der Gegend und werden somit nie kaufen. Das alles passt, wenn man die weiteren Aktivitäten von malerdeck betrachtet. Er sucht offenbar überregional Franchise-Partner und Aufträge als Social Media Berater. (www.mister-social-media.de, http://www.opti-maler-partner.de) Wahrscheinlich ist die Zeitung für die Malerkunden vor Ort und Social Media fürs Beratungsgeschäft.

  3. Guter und toll geschriebener Beitrag. Das Thema Authenzität halte ich für wichtig. Nicht zuletzt durch die Authenzität ist Maler Deck so beliebt. Und er erzählt anschauliche Geschichten aus einem eher konservativen Berufsbereich. Social Media, Online Marketing und ähnliches sind wichtig um Kunden zu finden, die von der Stammkundschaft zu finden. Da ist der Artikel ein gute Hilfe.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr Team von Profi-Handwerker Ruhr

    http://www.profi-handwerker.ruhr

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