Persönlichkeit-Im-Social-Web

Warum Sie nie “etwas Persönliches“ mit Ihren Followern teilen sollten

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OK, die Überschrift klingt radikal…

Predigen die Social Media Gurus nicht eigentlich genau das Gegenteil? Wir mögen doch ab und zu mal Persönlichkeit im Social Web zeigen, wir sind ja auch nur Menschen… Doch lassen Sie mich erklären, warum Ihnen das auf dem Weg zum „Expertenwerden“ nicht weiter hilft.

Sie liefern nicht das, was Sie versprechen

Ich habe neulich ca. 50 Twitterer “entfolgt”. Der Grund war ganz einfach folgender: ich sah wenig Mehrwert in dem Content, den diese Menschen gepostet haben. Sie haben meine Timeline dermaßen mit nutzlosem Inhalt zugepflastert, dass ich lange scrollen musste, bis ich endlich etwas spannendes entdecken konnte. Ich nutze Twitter, um lesenswerte Artikel zu finden, die Leute aus meiner Branche gut finden und deshalb teilen. Alles weitere ist für mich Zeitverschwendung und wird konsequent „entfolgt“.

Ich folgte diesen Usern (zurück), weil sie laut ihrer Profilbeschreibung an den selben Themen wie ich interessiert sind. Ich hatte also gewisse Erwartungen, was ihren Postings angeht, die sie aber nicht erfüllt haben. Wenn jemand sich selbst als „Social Media Experte“ positionieren will, tragen z.B. Bilder der Hinterköpfe von Konferenzbesuchern wenig zum Thema bei. Ebenso wenig zielführend sind die ewigen @-Replies auf Twitter, mit denen kein Mensch etwas anfangen kann, außer dem Angesprochenen selbst.

Denken Sie also darüber nach: Die Menschen folgen Ihnen aus einem Grund. Meistens glauben sie, dass Sie Dinge mit Ihnen teilen, die IHR Leben bereichern. [Tweet “Geben Sie Ihren Followern immer das, was Sie ihnen versprechen.”]

Unser Privatkram ist den Followern egal

Wie viele Ihrer Follower kennen Sie persönlich? Würde es Sie interessieren, wie deren Hund aussieht oder wo und mit wem sie gerade Kaffee trinken? Haben Sie überhaupt die Zeit und die Lust dazu, sich solche Dinge anzuschauen?!
Umgekehrt ist es genauso: Ihre Follower kennen Sie nicht persönlich und es ist ihnen deshalb völlig egal, was Sie zu Mittag hatten.

Respektieren Sie also die Zeit und das Vertrauen Ihrer Follower. Sparen Sie sich die belanglosen Schnappschüsse aus der Messe oder die Selfies vom Flughafen. Selbstdarstellung ohne jeglichen Mehrwert für den User ist nicht der richtige Weg, eine Web-Reputation aufzubauen. Das ist nicht der Grund, warum man Ihnen folgt.

[Tweet “Zu denken, dass unser Privatkram wildfremde Menschen interessiert, ist eine Zumutung. “]

Also nie wieder Persönlichkeit im Social Web zeigen?

Nicht so ganz. Natürlich ist es wichtig, unsere eigene Persönlichkeit zu zeigen, das ist in manchen Fällen sogar das einzige, was uns von Wettbewerbern unterscheidet. Sie sollten aber trotzdem versuchen, das Persönliche mit dem Beruflichen, bzw. mit Ihrem Versprechen an die Follower, zu verknüpfen.

Hier nur einige Beispiele, wie das gelingen kann:

  • 

Ergänzen sie das Foto aus der Konferenz mit einem Zitat aus dem Vortrag, der Ihnen am besten gefallen hat
  • Zeigen Sie, welches Fachbuch Sie gerade im Urlaub lesen, anstatt nur wie Sie gerade am Strand herumliegen
  • 

Erzählen Sie, welchen Podcast aus Ihrem Fachbereich Sie hören, wenn Sie mit dem Hund spazieren gehen oder gerade im Stau stehen

Im Prinzip gilt es nur folgende Frage immer mit „Ja“ zu beantworten: Bietet dieses Posting auch jemandem, der mich nicht kennt, und mir nur wegen meiner fachlichen Kompetenz folgt, einen Mehrwert? Wenn Sie diese Frage mit „Nein“ beantworten, dann ist das Posting auf Ihrem privaten Profil besser aufgehoben.

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Trajan Tosev
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4 Kommentare zu “Warum Sie nie “etwas Persönliches“ mit Ihren Followern teilen sollten

  1. Wir liegen da scheinbar auf einer Wellenlänge, aber bislang habe ich noch nicht den “Hintern in der Hose ” gehabt, dies so auszusprechen, was ich denke ;-) Mir gehen mittlerweile diese Selfies nicht nur auf dem Zünder, mittlerweile empfinde ich die auch echt lästig. Genau aus diesem Grunde sind bei mir auch schon einige Kontakte achtkantig und ohne Vorwarnung aus meinem virtuellen Stream geflogen. Etwas Persönlichkeit rüberbringen ist toll, aber dieses gleich mehrmals am Tag hält die stärkste Kuhhaut nicht aus.

    1. Das geht mir auch auf den Geist, ständig und überall lesen zu müssen, wer gerade wo auf dem Bahnhof steht, ob der Kuchen im Cafe xyz zu süß war oder Fotos von langweiligen verregneten Fensterscheiben sehen zu müssen. Im Ernst, ein wenig “Personality” spielt schon eine Rolle, man möchte wissen, wer z.B. über ein bestimmtes Thema bloggt und sich ein ungefähreres Bild von der Person machen. Das war es dann aber auch, ich denke viele nehmen sich auch einfach zu wichtig. Ätzend.

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