Instagram Engagement Gruppen sind aktuell die beste Strategie, um mehr Follower zu gewinnen, die Reichweite zu steigern und mehr Likes und Kommentare zu bekommen – glaubt Instagram-Experte Kevin Hippert.

Durch diese Strategie hat er einen Instagram-Account von 0 auf 100.000 Follower in nur zwei Monaten gebracht.

Warum Engagement-Gruppen auf Instagram so gut funktionieren und wie auch du von solchen Gruppen profitieren kannst – das erfährst du in diesem Interview.

1. Kevin, Instagram Engagement Gruppen sollten eigentlich einem negativen Trend bei Instagram entgegenwirken: dem Einbruch der Interaktionen und sinkender Reichweite. Was ist da los?

Erstens sind viele der Automatisierungstools (Bots) wie Instagress, MassPlanner, FollowLiker dieses Jahr weggebrochen – Instagram hat ihnen einen Riegel vorgeschoben. Die Likes und Kommentare, die durch diese Tools früher entstanden sind, machten ein großes Stück vom Kuchen aus.

Ein weiterer Grund sind die Inhalte, die gepostet werden. Viele Seitenbetreiber sind leider nicht bereit, über ihren Content zu reflektieren. Manchmal muss man die rosa Brille absetzen und der Wahrheit ins Auge blicken: Ist dein Content WIRKLICH so gut? Es heißt nicht umsonst „Content ist King“, und das gilt auch für Instagram. Die Contenterstellung ist hier wirklich die Königsdisziplin.

2. Glaubst du, dass Instagram absichtlich die Reichweite einschränkt? Oder sind die Inhalte einfach nicht gut genug bzw. die Konkurrenz ist zu groß geworden?

Aus meiner Erfahrung kann ich dies nicht bestätigen. Wir haben unseren Account seit zwei Monaten und haben ihn auf 100.000 Follower gebracht.

Auch bei Facebook kenne ich ein Beispiel von einer Seite, die trotz begrenzter Reichweite 12 Millionen Fans gewinnen konnte – innerhalb von 11 Monaten.

Diese Person hat genialen Content gepostet und über 100 Facebook-Seiten am Tag angeschrieben, die thematisch zu seinem Thema passen, und sie gefragt, ob sie eines der Videos teilen würden.

Unter dem Strich ist der Aufbau von einer Facebook- oder Instagram-Seite ein hartes Stück Arbeit und es nimmt viel Zeit in Anspruch. Du kannst nicht eine Seite bei Instagram anlegen und über Nacht Tausende von Follower erwarten. Du musst einfach dranbleiben und regelmäßig posten. Ansonsten hat man den Eindruck, dass Instagram absichtlich die Reichweite begrenzt.

3. Und hier kommen die Engagement-Gruppen ins Spiel. Was ist denn so eine Gruppe und wie funktioniert sie?

Lass uns doch den Begriff aufteilen: Engagement und Gruppe.

Unter Engagement werden zum Beispiel Likes, Kommentare, Erwähnungen etc. gezählt.

Und mit Gruppe sind die Gruppenchats gemeint, die wir von Instagram, Facebook, WhatsApp etc. kennen.

Bei Instagram zum Beispiel kann eine Gruppe mit max. 15 Mitgliedern erstellt werden.

Das Prinzip einer Instagram Engagement Gruppe besteht darin, 14 weitere Accounts in deiner Nische zu finden und sie in eine Chat-Gruppe bei Instagram einzuladen, damit ihr eure Postings auf Instagram gegenseitig liken und kommentieren könnt.

Jedes Mal, wenn eines der Mitglieder etwas Neues bei Instagram postet, schickt diese Person ihren Beitrag auch an die Gruppe. Die anderen Mitglieder sind dann sofort dazu aufgefordert, diesen Beitrag zu liken und zu kommentieren.

Das ist das Grundprinzip, doch jede Gruppe kann ihre eigene Regeln haben. Es wird zum Beispiel geklärt, wie ausführlich die Kommentare sein sollen. Reichen nur Emojis, oder müssen die Mitglieder auch inhaltlich auf den Beitrag eingehen?

Im Endeffekt geht es darum, sich gegenseitig mit Likes und Kommentaren zu unterstützen.

4. Welchen Vorteil bringt mir das?

Wenn du innerhalb von kurzer Zeit schon Likes und Kommentare bekommst, steigen die Chancen, auf der Explore-Page von Instagram zu landen. Dadurch bekommst du noch mehr Engagement, was wiederum mehr Reichweite bringt. Das alles führt dazu, von neuen Usern entdecken und abonniert zu werden. Unter dem Strich gewinnst du also neue Follower.

5. Geht die Strategie auch dann auf, wenn ich nur eine Gruppe mit 14 Accounts habe? Oder muss ich mehrere solche Gruppen formen?

Das kommt auf die Gruppe an. Die Mitglieder müssen wirklich zeitnah deine Postings liken und kommentieren. Es bringt wenig, wenn sie erst zwei Tage später mit dem Beitrag interagieren. Die ersten 5 – 15 Minuten sind entscheidend, denn hier wird dein Content von Instagram bewertet und eingestuft.

Ich persönlich bin in 10 – 15 Instagram Engagement Gruppen, obwohl das ein enormer Zeitaufwand ist. Der Grund, warum ich in so vielen Gruppen bin, ist, dass viele der Mitglieder leider nicht sofort auf die Beiträge reagieren. Theoretisch hätten wir 200 – 300 Leute, die sofort kommentieren und liken sollten – doch in der Regel bekommt man nur von max. 70 Leuten eine Reaktion, was natürlich auch nicht schlecht ist.

6. Bei Instagram kann eine Chatgruppe max. 15 Accounts haben, doch bei anderen Plattformen wie Facebook Messenger, WhatsApp etc. ist die Zahl der Mitglieder meistens nicht begrenzt. Was spricht dagegen, diese Messenger für die Kommunikation mit mehr als nur 15 Teilnehmern gleichzeitig zu nutzen?

Instagram sieht es und wertet es als positiv, wenn wir auf der Plattform bleiben.

Außerdem kann ich den Job mit weniger Klicks erledigen. Es ist einfacher, den Beitrag an eine Instagram-Gruppe zu schicken als irgendwo außerhalb von Instagram, wo sich die Mitglieder durch lauter Links durchklicken müssen und zwischen Instagram und dem Messenger hin und her switchen müssen.

Meiner Meinung nach ist es einfacher, mehrere Gruppen bei Instagram zu haben als eine irgendwo anders.

7. Welche Regeln gibt es sonst noch bei solchen Gruppen? Worauf sollte ich achten?

Wie bereits erwähnt, sollten die Mitglieder ein ähnliches Thema behandeln. Du möchtest mit deinen Beiträgen bei deren Followern auftauchen – und das funktioniert am besten, wenn die Accounts thematisch passen.

Dann gibt es Gruppen, die feste Postingzeiten haben. Man kann sich zum Beispiel auf drei Termine am Tag einigen und die Mitglieder posten und engagieren sich zu diesen drei Zeitpunkten. Doch die meisten Gruppen gehen eher lockerer damit um – jedes Mitglied postet wann es will.

Eine weiterer Aspekt ist die Postingfrequenz. Ich war in Gruppen mit Accounts, die teilweise 15-mal täglich gepostet haben. Wenn du selber aber nur ein- oder zweimal postest, dann stimmt das Verhältnis nicht. Die Gruppe sollte sich also am besten auf eine maximale Anzahl an Postings pro Tag einigen.

Auch ganz wichtig: Die Followerzahl der Mitglieder. Wenn du selber zum Beispiel 5.000 oder 10.000 Follower hast, bringen dir Gruppen mit Accounts, die nur 200 Follower haben, nicht so viel. Man sollte also darauf achten, dass man in seiner Größenordnung (oder höher) bleibt.

Denn es gibt auch so etwas wie „Like-Qualität.“ Ein Like von einem Account, der 2 Wochen alt ist und 130 Follower hat, ist nicht so viel wert wie ein Like von einem Account, der 50.000 Follower hat und den es seit 2 Jahren gibt. Der zweite Account hat ein besseres Rating und “mehr Gewicht” innerhalb von Instagram. Außerdem folgen diesem Account 50.000 Menschen – das bedeutet: So viele Menschen könnten theoretisch sehen, was dieser Account geliked hat.

Es gibt Menschen, die zahlen bis zu 3.000 Euro im Monat, um Likes von solchen Accounts zu bekommen.

8. Wie kann ich Teil von Instagram Engagement Gruppe werden?

Am wichtigsten ist es, zu verstehen, dass hinter jedem Instagram-Account ein Mensch steckt. Also muss man sich auch menschlich verhalten.

Du kannst nicht einen Account mit 100.000 Followern einfach anschreiben und fragen, ob er schon in einer Engagement-Gruppe ist und wenn nicht, ob er Lust auf deine hat. Das wird in der Regel nicht funktionieren.

Am besten baut man eine Bindung zu den Leuten auf – zum Beispiel durch liken, kommentieren, nett über Direktnachricht unterhalten. Dann irgendwann kann man langsam das Thema Engagement-Gruppe in den Raum werfen.

Im deutschsprachigen Raum ist diese Strategie immer noch nicht so ganz verbreitet. Es kann also sein, dass du erst mal erklären musst, was eine Instagram Engagement Gruppe ist und wie das Ganze funktioniert.

Die echte Herausforderung besteht allerdings darin, an Accounts heranzukommen, die richtig viele Follower haben (50.000 aufwärts). Sie bekommen täglich mehrere solcher Angebote und deshalb ist es besonders bei solchen Accounts enorm wichtig, vorher eine Beziehung aufzubauen.

Es gibt außerdem einige Facebook-Gruppen, in denen es um Instagram geht. Auch hier kann man fragen, ob jemand Lust auf eine Engagement-Gruppe hat.

Meine Empfehlung ist es allerdings, bei Instagram zu bleiben und dort erst mal 20-30 Accounts aus dem eigenen Bereich anzuschreiben. Vielleicht sind einige dieser Accounts bereits in einer Engagement-Gruppe und suchen noch jemanden wie dich.

Unter dem Strich geht es nicht nur um die Instagram Engagement Gruppen selbst. Viel wichtiger ist das Netzwerken und die Leute kennenzulernen, die ähnliche Dinge machen wie du. Der Aufhänger mag eine Engagement-Gruppe sein, doch man weiß nie, wohin so ein Kontakt hinführen kann.

9. Wie sinnvoll ist es, als Unternehmen oder Selbstständiger Teil einer solchen Gruppe zu sein? Die Teilnehmer sind ja nicht zwingend meine potenzielle Kunden…

Meiner Meinung nach sind die Instagram Engagement Gruppen eine gute Strategie, um nicht nur Beziehungen in deinem Bereich aufzubauen, sondern auch mehr Likes, Kommentare und mehr Follower auf Instagram zu gewinnen. Insofern kann jeder von dieser Strategie profitieren.

Dennoch funktioniert diese Strategie am besten bei Accounts, die nicht einem Unternehmen gehören – oder zumindest nicht auf den ersten Blick. Was spricht denn dagegen, als Online-Shop für Fashion einen viralen Account aufzubauen, der Modesachen repostet und dann diesen Account für Product Placements aus dem eigenen Store zu nutzen?

10. Eine Instagram Engagement Gruppe ist doch irgendwo eine Trickserei – und das wird von Facebook (und Instagram) meistens ziemlich schnell abgestraft. Gibt es also keine Gefahren, wenn ich Teil einer Engagement-Gruppe bin?

Stimmt, es gibt immer wieder Gerüchte, dass Instagram Accounts bestraft, die Mitglieder solcher Gruppen sind. Allerdings hat mir das bisher noch keiner beweisen können.

Instagram wünscht sich doch, dass die User auf der Plattform aktiv sind und liken und kommentieren. Die Interaktionen, die durch Engagement-Gruppen entstehen, kommen von echten Menschen, was ebenfalls positiv ist.

Ich persönlich habe eine komplett andere Erfahrung gemacht in den letzten 2 Monaten, gerade im Hinblick auf Engagement-Gruppen. Meiner Meinung nach sind diese Gruppen momentan die beste Methode, um mehr Follower zu gewinnen und die Interaktionen zu steigern – ob das für immer so bleibt, werden wir sehen.

Vielen Dank an Kevin für das Gespräch! 

Werde Teil seiner Facebook-Gruppe und erfahre mehr Tipps, Tricks und Strategien rund um Instagram.

Hast du Fragen? Wie findest du die Idee mit den Engagement Gruppen bei Instagram? Ich freue mich über Kommentare!